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Streuobstsorte des Jahres 2026

Traxleder Apfel

„Traxleder“ ist der Hausname einer Sölde (bäuerliches Kleinstanwesen) in Edt, Gemeinde Kirchheim im Innkreis. Dort ist der Traxleder Apfel um das Jahr 1990 zufällig aus einem Kern entstanden.

Molekulargenetische Untersuchungen haben in Südtirol als Elternsorten „Berner Rosenapfel“ und „Weißer Klarapfel“ namhaft gemacht. Vom Ersteren kommt die rote bis dunkelrote Schalenfarbe, vom Letzteren die doch eher frühe Reifezeit.

Die Früchte dieser Sorte zeichnen sich schon einmal aus durch die schöne Schalenfarbe und die häufig auftretende Fleischwulst in der Stielbucht, einem für Pomologen wichtigem pomologischen Erkennungsmerkmal. Eine herausragende Qualität hat allerdings das Fruchtfleisch aufzuweisen, gekennzeichnet durch die besondere Saftfülle und den erfrischend säuerlichsüßen aromatischen Geschmack. Der „Traxleder Apfel“ zählt damit zu den besten heimischen Tafeläpfeln in diesem frühen Reifesegment.

 

Der Baum ist am Standort starkwüchsig, hat eher eine kugelige Krone, ist weitgehend anspruchslos und gegenüber Krankheiten, Frost etc. relativ robust.

 

In Anbetracht der wertvollen Eigenschaften hat der Verein „Streuobst Österreich“ den „Traxleder Apfel“ zur „Streuobstsorte des Jahres 2026“ auserwählt, um ihn der Bevölkerung bekannt zu machen und für seine Erhaltung bzw. Verbreitung zu sorgen.

Pomologische Beschreibung

Synonyme, Herkunft, Verbreitung: Zufallssämling aus Kirchheim im Innkreis; um 1990 entstanden; in Oberösterreich selten vorkommend

Frucht

Fruchtmuster: ca. 35-jähriger Hochstamm. Gemeinde Kirchheim/Innkreis

Größe: groß, seltener mittelgroß, 61-73 mm hoch, 69-76 mm breit, 128-182 g schwer

 

  • Form: kugelig, teils langstumpfkegel- bis kurzstumpfkegelförmig, mittel- bis gering stielbauchig, teils ungleichhälftig; Querschnitt rundlich bis unregelmäßig rund; Relief glatt bis gering kelchrippig
  • Schale: glatt, glänzend, teils sehr dünn weißlich bis hell blau bereift, mitteldick, mittelzäh, gering duftend; Grundfarbe hell grünlichgelb bis hell gelb; Deckfarbe rot bis dunkelrot, meist deckend, teils seltener verwaschen und darüber dunkler rot diffus gestreift bis geflammt , Deckungsgrad 50-90%; Lentizellen zahlreich, klein bis mittelgroß, vertieft, bräunlich, breit hellgrau umhoft, auffällig; teils gering schorffleckig
  • Stielbucht: tief bis mitteltief, mittelbreit, meist sortentypisch durch seitliche Fleischwulst eingeengt, vereinzelt hell graubraun durchscheinend kurzstrahlig berostet; Rand häufig wulstig, teils glatt
  • Stiel: mittellang (13-31mm), mitteldick, hell graugrün bis graubraun, holzig bis gering fleischig, oft knopfig, teils knospig, häufig durch Fleischwulst zur Seite gedrückt
  • Kelchbucht: flach bis mitteltief, eng, oft faltig bis geperlt; Rand fein- bis grobrippig
  • Kelch: mittelgroß, geschlossen; Blättchen aufrecht, mittellang, schmal, hell grün, an der Basis meist vereint; Spitzen oft grau, kurz zurückgebogen
  • Kelchhöhle: mittelgroß; teils kegel-, teils trichterförmig mit mittelbreiter mittellanger Röhre
  • Kerngehäuse: mittelgroß, mittelständig; Achse hohl; Kammern mittelgroß, schlitzartig offen; Wände sichelförmig, gerissen; viele Kerne, mittelgroß, oval bis länglich oval, hell braun bis braun, mittelgut ausgebildet; Gefäßbündel im Längsschnitt hoch zwiebel- bis herzförmig
  • Fleisch: cremefarben, teils hell gelblichweiß, mittelfest, mittelfeinzellig, sehr saftig, erfrischend säuerlichsüß, aromatisch, ohne sortenspezifische Würze; Zuckergehalt: 43-51° Oechsle; 9,8-10,5°KMW; 10,2-12,0°Brix

 

Erntereife: Mitte bis Ende August

Genussreife: Mitte August bis September

Baum

Wuchs: stark; Krone auf Sämling kugelig

Sonstige Eigenschaften: relativ robust, anspruchslos

Verwendung

Tafel, Küche


Literatur: Bernkopf, S.: Traxleder, 300 Obstsorten, Seite 150, Verlag Trauner, Linz 2021

Autor: Dr. Siegfried Bernkopf, Verein Streuobst Österreich; [email protected]

Auskunft Bäume, Edelreiser: Klaus Strasser; [email protected]

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Verein Hortus

Gesellschaft zur Erhaltung heimischer Kultur- und Wildpflanzen sowie Tierrassen

Sitz: Schloss Ranshofen

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